Photovoltaik: Planung und Größe

kWp pro m²: Wie viel PV-Leistung auf dein Dach passt

Ein Quadratmeter Solarmodul bringt heute rund 0,2 kWp. Auf das ganze Dach gerechnet sind es weniger, weil Ränder, Fenster und Schornstein Fläche kosten.

Kurz gefasst

Der Faustwert je Quadratmeter, der Unterschied zwischen Dachfläche und belegbarer Fläche, eine Tabelle von 30 bis 200 Quadratmetern, das Rechenbeispiel für ein großes Dach und welcher Ertrag je kWp realistisch ist.

Die kurze Antwort: Pro Quadratmeter Modulfläche kommst du mit aktuellen Modulen auf etwa 0,20 bis 0,23 kWp. Auf die gesamte Dachfläche bezogen sind es meist 0,14 bis 0,18 kWp je Quadratmeter, weil nur 65 bis 80 Prozent belegbar sind. Als Faustregel brauchst du für 1 kWp also rund 5 bis 7 Quadratmeter Dach. Wichtig ist, nur die Dachseiten zu zählen, die nach Süden, Osten oder Westen zeigen.
0,20 bis 0,23

kWp je m² Modulfläche bei aktuellen Modulen

5 bis 7 m²

Dachfläche je kWp, inklusive Abstände

rund 1.000

kWh je kWp und Jahr bei Süddach, PVGIS für Kassel

Wie viel kWp bringt ein Quadratmeter Modul?

Ein typisches Modul für Einfamilienhäuser misst heute etwa 1,7 bis 2,0 Quadratmeter und leistet 400 bis 450 Watt Peak. Teilt man die Leistung durch die Fläche, landet man bei 200 bis 230 Watt je Quadratmeter. Das entspricht einem Modulwirkungsgrad von rund 20 bis 23 Prozent.

Glas-Glas-Module und Module mit schwarzem Rahmen liegen oft etwas unter den Spitzenwerten, halten aber je nach Hersteller länger oder sehen auf dem Dach ruhiger aus. Für die Flächenrechnung spielt das kaum eine Rolle, solange du mit dem Wert aus dem Datenblatt rechnest.

Ältere Module aus den 2010er Jahren lagen deutlich darunter. Wenn du Angebote vergleichst oder eine alte Anlage erweitern willst, prüf deshalb immer das Datenblatt. Die Leistung je Fläche steht dort nicht direkt, du rechnest sie aber in Sekunden aus: Nennleistung geteilt durch Länge mal Breite.

Merksatz: Ein Modul, knapp ein halbes kWp. Zwei aktuelle Module ergeben grob 0,8 bis 0,9 kWp und brauchen mit Abständen etwa 4 bis 5 Quadratmeter Dach.

Warum ist die belegbare Fläche kleiner als das Dach?

Kein Dach lässt sich bis zur Kante belegen. Am Ortgang, am First und an der Traufe bleiben Randabstände frei. Sie schützen die Module vor starken Windsogkräften an den Dachkanten und lassen Platz für Montage und Wartung.

Dazu kommen Hindernisse. Dachfenster, Gauben, Schornsteine, Lüftungsrohre und Antennen fressen Fläche. Oft nicht nur ihre eigene: Auch der Schatten, den sie im Tagesverlauf werfen, macht einige Plätze unattraktiv. Und weil Module rechteckig sind, bleiben bei Walmdächern und Dreiecksflächen Reste frei.

Realistisch sind deshalb 65 bis 80 Prozent der Dachseite nutzbar. Einfache, freie Satteldächer liegen am oberen Ende. Dächer mit mehreren Gauben landen am unteren. Wie Verschattung sich auf den Ertrag auswirkt, zeigt der Vergleich zur PV-Ausrichtung Ost-West oder Süd.

Welche Leistung passt auf welche Dachgröße?

Die Tabelle rechnet mit 0,21 kWp je Quadratmeter Modulfläche. Die Werte sind Richtwerte für die Planung, keine Zusage für dein Dach.

Belegbare DachseiteBei 65 % nutzbarBei 80 % nutzbarModule mit 430 Wp
30 m²ca. 4,1 kWpca. 5,0 kWp10 bis 12
50 m²ca. 6,8 kWpca. 8,4 kWp16 bis 20
70 m²ca. 9,6 kWpca. 11,8 kWp22 bis 27
100 m²ca. 13,7 kWpca. 16,8 kWp32 bis 39
150 m²ca. 20,5 kWpca. 25,2 kWp48 bis 59
200 m²ca. 27,3 kWpca. 33,6 kWp63 bis 78

Die Tabelle beantwortet nur, was maximal passt. Wie groß deine Anlage sein sollte, hängt vom Verbrauch, von Wärmepumpe und E-Auto und vom Budget ab. Diese Rechnung zeigt der Ratgeber PV-Anlage Größe berechnen.

Rechenbeispiel: Wie viel kWp auf 200 m² Dachfläche?

Hier liegt der häufigste Denkfehler. 200 Quadratmeter Dachfläche heißen bei einem Satteldach meist: zwei Seiten mit je rund 100 Quadratmetern. Zeigt eine Seite nach Süden und die andere nach Norden, planst du zunächst nur mit der Südseite.

Für diese Südseite ergibt sich bei 70 Prozent Nutzung: 100 mal 0,7 mal 0,21, also knapp 15 kWp. Liegt das Dach Ost-West, kannst du beide Seiten belegen und kommst auf rund 29 kWp. Ob die Nordseite dazukommt, ist eine eigene Rechnung. Der Beitrag zu Photovoltaik auf der Nordseite zeigt, ab welcher Dachneigung das noch sinnvoll ist.

Große Anlagen bringen auch Folgefragen mit. Der Netzbetreiber prüft den Anschluss, der Wechselrichter muss passen, und steuerlich können andere Regeln gelten als bei kleinen Anlagen. Lies dazu die Hinweise zum Wechselrichter richtig auslegen und zu Photovoltaik und Steuern.

Wie viel Strom liefert ein kWp?

Die Leistung in kWp ist ein Laborwert. Entscheidend ist, wie viele Kilowattstunden die Anlage im Jahr erzeugt. Wir haben dafür das frei zugängliche Rechenwerkzeug PVGIS der EU-Kommission genutzt, für den Standort Kassel mit 14 Prozent Systemverlusten.

Ausrichtung und NeigungErtrag je kWp und Jahr
Süd, 30 Gradca. 1.010 kWh
Süd, 10 Gradca. 930 kWh
Ost oder West, 30 Gradca. 820 kWh
Flach liegend, 0 Gradca. 860 kWh
Nord, 30 Gradca. 580 kWh

In Süddeutschland liegen die Werte meist höher, an der Küste und im Mittelgebirge teils niedriger. Gib für dein Haus die eigene Adresse in PVGIS ein, dann bekommst du einen Wert für deinen Ort. Bevor die Module aufs Dach kommen, sollte es außerdem noch 25 bis 30 Jahre halten. Wann du vorher sanieren solltest, erklärt der Beitrag Dach sanieren vor Photovoltaik. Typische Planungsfehler sammelt die Liste der Fehler beim PV-Kauf.

Häufige Fragen zu kWp pro Quadratmeter

Wie viele Quadratmeter brauche ich für 10 kWp?

Mit aktuellen Modulen etwa 44 bis 50 Quadratmeter reine Modulfläche. Mit Randabständen und Hindernissen solltest du 55 bis 70 Quadratmeter auf einer gut ausgerichteten Dachseite einplanen.

Zählt die Grundfläche des Hauses oder die Dachfläche?

Die Dachfläche. Ein geneigtes Dach ist größer als die Grundfläche, bei 45 Grad um etwa 40 Prozent. Miss deshalb die Dachseite selbst oder lies sie aus Plänen ab.

Lohnen sich Module mit höherer Leistung je Fläche?

Wenn dein Dach klein ist, ja. Dann holst du mehr Leistung aus wenigen Quadratmetern. Bei großen, freien Dächern zählt eher der Preis je kWp als die Leistung je Quadratmeter.

Wie viel kWp passen auf ein Flachdach?

Weniger als die Fläche vermuten lässt, wenn die Module schräg aufgeständert werden. Zwischen den Reihen braucht es Abstand gegen Eigenverschattung. Flache Ost-West-Aufständerung nutzt die Fläche deutlich besser.

Kann ich die Nordseite in die Rechnung aufnehmen?

Rechnerisch ja, wirtschaftlich nur bei flacher Neigung. Laut PVGIS bringt eine Nordseite mit 30 Grad in Kassel nur rund 58 Prozent eines Süddachs mit 30 Grad, bei 10 Grad Neigung etwa 76 Prozent.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr · Ertragswerte berechnet mit PVGIS 5.3 (Standort Kassel, 1 kWp, 14 % Verluste) am 26.09.2026. Maßgeblich ist die Planung deines Fachbetriebs.

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