Fenster

Dreifachverglasung nachrüsten: Lohnt sich der Aufpreis?

Beim Fensterangebot steht die dritte Scheibe als Zusatzposten drin. Ein paar hundert Euro mehr für das ganze Haus, dafür ein besserer U-Wert. Ob sich das rechnet, hängt weniger am Glas als daran, ob du ohnehin neue Rahmen kaufst.

Die kurze Antwort: Der Aufpreis von Zweifach- auf Dreifachverglasung liegt bei einem neuen Fenster nur bei 50 bis 120 Euro je Stück, für ein Einfamilienhaus also bei 750 bis 1.800 Euro. Wenn du ohnehin tauschst, nimm die dritte Scheibe mit. Als eigenständige Maßnahme an alten Rahmen rechnet sie sich dagegen selten, weil der Rahmen dann der schwächste Punkt bleibt. Für den Förderzuschuss führt an Dreifachglas praktisch kein Weg vorbei.
50 bis 120 €

Aufpreis je Fenster gegenüber Zweifachverglasung, Neubestellung

0,5 bis 0,7

Ug-Wert einer Dreifachverglasung in W je m² und Kelvin

12 bis 20 J.

Amortisation des reinen Aufpreises, je nach Energieträger

Was kostet der Aufpreis auf Dreifachverglasung?

Die dritte Scheibe ist längst Standard. Deshalb ist der Aufschlag klein geworden. Bei einem normalen Kunststofffenster mit 1,3 mal 1,3 Metern zahlst du 50 bis 120 Euro mehr als für dieselbe Bauart mit zwei Scheiben.

Für ein Einfamilienhaus mit 15 Fenstern kommst du auf 750 bis 1.800 Euro Aufpreis. Gemessen an Gesamtkosten von 12.000 bis 20.000 Euro für den kompletten Tausch sind das rund 8 Prozent. Die vollständige Kostenaufstellung steht im Beitrag zu den Kosten beim Fensteraustausch.

Ganz anders sieht es aus, wenn du nur die Scheiben in vorhandene Rahmen setzen lässt. Dann zahlst du 250 bis 450 Euro je Fenster für Glas, Ausbau, Einbau und neue Dichtungen. Der Aufpreis verschwindet, dafür trägst du die vollen Handwerkerkosten.

Ug, Uw und was die Zahlen in Kilowattstunden bedeuten

Drei Kürzel tauchen in jedem Angebot auf. Ug steht für das Glas, Uf für den Rahmen, Uw für das fertige Fenster inklusive Randverbund. Nur der Uw-Wert zählt.

FenstertypUg GlasUw FensterEinordnung
Einfachglas, vor 1978rund 5,84,5 bis 5,5dringender Tauschfall
Isolierglas, 1980er2,8 bis 3,02,6 bis 3,2lohnt fast immer
Zweifach mit Wärmeschutz1,0 bis 1,21,1 bis 1,4Standard bis etwa 2010
Dreifachverglasung0,5 bis 0,70,75 bis 0,95heutiger Neubaustandard

Der Sprung von Zweifach auf Dreifach bringt beim fertigen Fenster also etwa 0,3 bis 0,4 Punkte. Bei 25 Quadratmetern Fensterfläche entspricht das grob 600 bis 800 Kilowattstunden Heizwärme im Jahr.

Der zweite Wert heißt g-Wert und beschreibt, wie viel Sonnenwärme durchkommt. Dreifachglas lässt weniger durch, meist 50 bis 55 Prozent statt 60 bis 63. Auf der Südseite kostet dich das im Winter etwas Gratiswärme zurück, im Sommer hilft es gegen Überhitzung.

Reicht ein Scheibentausch, oder muss der Rahmen raus?

Nur die Scheibe zu tauschen klingt sparsam, funktioniert aber nur unter drei Bedingungen.

  • Ausreichende Falztiefe. Dreifachglas ist 36 bis 44 Millimeter dick statt 24. Alte Rahmen haben diesen Platz oft nicht.
  • Tragfähige Beschläge. Das Glas wiegt rund 30 statt 20 Kilogramm je Quadratmeter. Bänder und Ecklager müssen das aushalten.
  • Guter Rahmen. Ein Rahmen mit Uf von 2,0 zieht das Ergebnis nach unten, egal wie gut das Glas ist.

Als Faustregel gilt: Ist der Rahmen jünger als 15 Jahre, dicht und einwandfrei, kann der Scheibentausch sinnvoll sein. Bei allem Älteren tauschst du besser das komplette Fenster. Dann stimmen Dichtungsebene, Anschlag und Einbausituation zusammen.

Wann rechnet sich der Aufpreis?

Die Rechnung geht von 25 Quadratmetern Fensterfläche, einer Verbesserung des Uw-Werts um 0,3 und einem Aufpreis von 1.200 Euro aus. Das ergibt rund 630 Kilowattstunden Einsparung im Jahr.

HeizungPreis je kWhErsparnis pro JahrAmortisation
Gas, günstiger Tarif10 Centrund 63 €etwa 19 Jahre
Gas, teurer Tarif14 Centrund 88 €etwa 14 Jahre
Heizöl12 Centrund 76 €etwa 16 Jahre
Fernwärme16 Centrund 100 €etwa 12 Jahre
Wärmepumpe, JAZ 3,5rund 9 Centrund 55 €über 20 Jahre

Über den reinen Energiepreis trägt sich der Aufpreis also erst spät. Trotzdem ist die Antwort meistens ja, und zwar aus drei anderen Gründen.

Erstens hält ein Fenster 30 bis 40 Jahre. Die Amortisationszeit liegt klar darunter. Zweitens steigt die innere Scheibentemperatur um mehrere Grad, der Kaltluftabfall verschwindet, und du kannst die Raumtemperatur um ein Grad senken. Drittens hängt daran die Förderung, und die verschiebt die Rechnung deutlich.

Was fordert die Förderung?

Der Fenstertausch zählt zur Gebäudehülle und ist über die BEG-Einzelmaßnahme grundsätzlich zuschussfähig. Gefordert wird ein Uw-Wert unterhalb einer festen Grenze, die derzeit bei 0,95 W je Quadratmeter und Kelvin liegt. Diesen Wert erreichen Zweifachfenster praktisch nie.

Damit dreht sich die Frage um: Ohne die dritte Scheibe gibt es keinen Zuschuss. Und der Zuschuss ist in der Regel größer als der Aufpreis für das Glas.

Drei Punkte musst du beachten:

  1. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein.
  2. Ein Energieeffizienz-Experte ist für Einzelmaßnahmen an der Hülle vorgesehen.
  3. Sonnenschutz oder eine Verschattung wird bei größeren Flächen mitgefordert.

Fördersätze, Boni und technische Anforderungen ändern sich regelmäßig. Verlass dich auf keine Prozentzahl ohne Datum. Prüfe den Stand direkt beim BAFA und lass ihn dir vom Experten schriftlich bestätigen. Wie die Programme aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zur BEG-Förderung.

Warum dichte Fenster ein Lüftungskonzept brauchen

Alte Fenster waren undicht. Diese ungewollte Grundlüftung hat Feuchte abgeführt, und zwar rund um die Uhr. Neue Fenster sind dicht, die Feuchte bleibt im Raum.

Das führt zu einer Verschiebung: Vorher ist Kondenswasser an der kalten Scheibe ausgefallen, wo es sichtbar war und weggewischt wurde. Jetzt ist die Scheibe warm, und die kälteste Fläche ist die Außenwandecke hinter dem Schrank. Genau dort wächst dann Schimmel.

Deshalb schreibt die Norm ein Lüftungskonzept vor, sobald ein größerer Teil der Fenster getauscht wird. Es prüft, ob nutzerunabhängige Lüftung nötig ist. In der Praxis gibt es drei Wege:

  • Fensterfalzlüfter: günstig, ab etwa 40 Euro je Fenster, unauffällig
  • Dezentrale Lüfter mit Wärmerückgewinnung: 500 bis 1.200 Euro je Gerät, holt einen Großteil der Wärme zurück
  • Zentrale Lüftungsanlage: ab etwa 8.000 Euro, sinnvoll bei einer Vollsanierung

Wenn dichte Fenster mit ungedämmten Wänden zusammentreffen, steigt das Risiko zusätzlich. Wo genau die kalten Flächen liegen, zeigt der Beitrag zu Wärmebrücken am Haus. Die passende Abfolge der Maßnahmen findest du unter Sanierung in der richtigen Reihenfolge.

Häufige Fragen zur Dreifachverglasung

Wird es hinter Dreifachglas dunkler im Raum?

Kaum spürbar. Die Lichtdurchlässigkeit sinkt von etwa 80 auf 70 bis 74 Prozent. Merklich ist eher der geringere Wärmeeintrag durch die Sonne an Südfenstern im Winter.

Kann ich Dreifachglas in alte Holzfenster einsetzen?

Nur wenn Falztiefe und Beschläge passen. Historische Holzfenster mit schmalen Profilen scheiden meist aus. Dort ist ein Kastenfenster mit innerer Wärmeschutzscheibe die bessere Lösung.

Beschlagen dreifach verglaste Fenster von außen?

Ja, morgens im Frühjahr und Herbst. Das ist kein Mangel, sondern ein gutes Zeichen: Die äußere Scheibe bleibt kalt, weil kaum noch Wärme von innen nach draußen wandert.

Was ist mit dem Schallschutz?

Die dritte Scheibe allein bringt wenig. Für Lärmschutz zählen unterschiedliche Glasdicken, größere Scheibenabstände und Verbundglas. Das musst du getrennt beauftragen und bezahlen.

Lohnt sich Dreifachglas bei einem ungedämmten Altbau?

Nur mit Bedacht. Sehr dichte Fenster in kalten Wänden verlagern das Feuchteproblem in die Raumecken. Plane in diesem Fall Lüftung und Wanddämmung von Anfang an mit ein.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Preise, U-Werte und Amortisationszeiten sind Richtwerte für 2026, Förderbedingungen sind vor dem Antrag zu prüfen.

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